In unserer Praxis für Psychotherapie in Wien begleiten wir Paare, die wiederkehrende Konflikte, emotionale Distanz, Verletzungen oder festgefahrene Beziehungsmuster nicht nur lösen, sondern in ihrer tieferen Dynamik verstehen möchten.
Unsere paartherapeutische Arbeit ist tiefenpsychologisch, bindungsorientiert und wissenschaftlich fundiert. Beziehung wird dabei nicht nur als Kommunikationsgeschehen betrachtet, sondern als komplexes Zusammenspiel aus biografischen Prägungen, unbewussten Erwartungen, Schutzstrategien, Bindungserfahrungen und stressassoziierten Reaktionsmustern.
Im Zentrum steht die Frage, was zwischen zwei Menschen immer wieder geschieht: Wo entsteht Rückzug? Wo entsteht Druck? Wo werden alte Verletzungen aktiviert? Und welche Möglichkeiten gibt es, wieder mehr Kontakt, Klarheit und emotionale Sicherheit zu entwickeln?
Zu Beginn der Paartherapie wird die gemeinsame Dynamik sorgfältig erfasst: nicht nur das sichtbare Konfliktthema, sondern auch die wiederkehrenden Reaktionsmuster, die darunterliegen. Häufig zeigt sich, dass beide Partner:innen versuchen, sich zu schützen – und gerade dadurch Nähe, Kontakt oder Verständigung erschwert werden.
In meiner paartherapeutischen Arbeit geht es darum, diese Muster behutsam sichtbar zu machen und in ihrer emotionalen, biografischen und relationalen Bedeutung zu verstehen. Dabei steht nicht die Frage im Vordergrund, wer „recht“ hat oder wer das Problem verursacht. Entscheidend ist, wie beide Partner:innen in eine Dynamik geraten, die sie allein oft nicht mehr verlassen können.
Ziel ist es, mehr Klarheit, emotionale Sicherheit und neue Formen von Kontakt zu ermöglichen. Die Paartherapie schafft dafür einen fachlich gehaltenen Rahmen, in dem Beziehungsgeschehen nicht nur besprochen, sondern differenziert verstanden und schrittweise verändert werden kann.
Meine paartherapeutische Arbeit gründet wesentlich auf meiner wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Liebe, Bindung, Partnerwahl und Wiederholungszwang. In drei aufeinander aufbauenden wissenschaftlichen Arbeiten habe ich untersucht, wie romantische Bindung, vergangene Beziehungserfahrungen und Wiederholungszwänge die Partnerwahl und Beziehungsgestaltung prägen können.
Dieser Zugang ist wesentlich von meiner wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Liebe, Bindung, Partnerwahl und Wiederholungszwang geprägt. Bereits im Studium der Psychotherapiewissenschaft habe ich mich in drei aufeinander aufbauenden wissenschaftlichen Arbeiten mit der Frage beschäftigt, weshalb Menschen in Beziehungen häufig in vertraute Muster zurückkehren – selbst dann, wenn sie darunter leiden, reflektiert sind oder sich Veränderung wünschen.
Bakkalaureatsarbeit
„Psychopathologie der Liebe – Wie die Liebe unsere Biochemie und das Denkvermögen beeinflusst“
Diese Arbeit befasste sich mit der Frage, wie romantische Bindung emotionale, kognitive und psychobiologische Prozesse beeinflussen kann.
Magisterarbeit
„Konstitutive Merkmale vergangener Liebesbeziehungen – Eine analytisch-biografische Sozialforschung über die Ätiologie des Endens von Beziehungen“
Im Zentrum stand die psychoanalytisch-dynamische Betrachtung vergangener Beziehungen: insbesondere die Frage, wie Persönlichkeitsstruktur, Abwehrmechanismen, unbewusste Konflikte und Beziehungserfahrungen zum Ende von Partnerschaften beitragen können.
Dissertation
„Wo die Liebe hinfällt – Über die Konsistenz des Wiederholungszwangs in der Partnerwahl“
Die Dissertation untersuchte den Wiederholungszwang in der Partnerwahl als psychodynamisches Phänomen an der Schnittstelle von psychoanalytischer Theorie und Bindungsforschung.
Diese Arbeiten bilden das wissenschaftliche Fundament einer Paartherapie, die Beziehung nicht nur als Kommunikationsproblem versteht. Im Mittelpunkt steht ein vertieftes Verständnis dafür, weshalb Menschen trotz Einsicht, Liebe oder Veränderungswunsch in vertraute Beziehungsmuster zurückkehren – und wie diese Muster im therapeutischen Prozess sichtbar, verstehbar und schrittweise veränderbar werden können.
Klärung der gemeinsamen Dynamik
Zu Beginn wird erfasst, welche Konflikte, Verletzungen oder Beziehungsmuster immer wiederkehren – und wie beide Partner:innen daran beteiligt sind, ohne vorschnell Schuld zuzuweisen.
Verstehen emotionaler Schutzmechanismen
Im nächsten Schritt werden jene Reaktionsweisen sichtbar, die ursprünglich Schutz, Kontrolle oder Sicherheit herstellen sollten, heute jedoch Nähe, Vertrauen oder Verständigung erschweren können.
Neue Formen von Kommunikation und Kontakt
Auf dieser Grundlage können Konflikte differenzierter benannt, Bedürfnisse klarer formuliert und emotionale Erreichbarkeit wieder zugänglicher werden.
Integration in den Beziehungsalltag
Die gewonnenen Einsichten werden schrittweise in den Alltag übertragen. Ziel ist nicht ein idealisiertes Beziehungskonzept, sondern eine tragfähigere Form von Kontakt, Abgrenzung, Verantwortung und emotionaler Sicherheit.
Paartherapie bedeutet in diesem Verständnis nicht bloß Konfliktmoderation. Sie verbindet wissenschaftliche Forschung, psychotherapeutische Erfahrung und ein vertieftes Verständnis für Bindungs- und Beziehungsmuster.
Aus der Auseinandersetzung mit Liebe, Partnerwahl und Wiederholungszwang entsteht ein therapeutischer Rahmen, in dem Paare ihre Dynamik nicht nur besprechen, sondern in ihrer Tiefe verstehen können. Ziel ist es, mehr Klarheit, emotionale Sicherheit und neue Möglichkeiten der Begegnung zu entwickeln – unabhängig davon, ob es um Wiederannäherung, Neuorientierung oder eine bewusste Entscheidung über die gemeinsame Zukunft geht.
